Was hat dich dazu motiviert, Lernende zu begleiten? War das eine bewusste Entscheidung oder hat sich das einfach ergeben?
Nein, bewusst sicher nicht, dies hat sich mehr oder weniger so ergeben. Nach meiner Lehre habe ich in der Personalvermittlung gearbeitet, merkte aber schnell, dass das nicht das Richtige für mich ist. Über ein Temporärbüro kam ich anschliessend zur F. Murpf, und bereits zwei Monate später erhielt ich eine Festanstellung in der Fakturierung.
Kurz darauf startete die erste KV-Lernende und ich durfte sie von Anfang an begleiten. Da mein eigener Lehrabschluss noch nicht lange zurücklag, konnte ich mich gut in sie hineinversetzen. Wenig später übernahm ich dann auch die Betreuung in der Fakturierung als Praxisbildnerin und 2018 habe ich schliesslich die Funktion als Berufsbildnerin vollständig übernommen.
Du erzählst von Praxisbildnerin und Berufsbildnerin, kannst du erklären was der Unterschied ist und wo unterscheiden sich die Aufgaben?
Ich nehme in der Ausbildung zwei unterschiedliche Rollen ein, die sich im Alltag gut ergänzen. Als Berufsbildnerin trage ich die Gesamtverantwortung für die Ausbildung der KV-Lernenden. Ich organisiere und koordiniere ihre Einsätze in den verschiedenen Abteilungen und begleite sie über die gesamte Lehrzeit. Dazu gehört auch, dass ich die Praxisbildnerinnen in den einzelnen Abteilungen unterstütze und instruiere. Sie sind für die praktische Ausbildung vor Ort zuständig und damit sehr nah an den Lernenden und ihrem Arbeitsalltag.
Als Berufsbildnerin bin ich zudem die zentrale Ansprechperson für die Lernenden und ihre Eltern. Ich führe Gespräche, begleite die Entwicklung der Lernenden und bin auch dann da, wenn es in der Schule oder im Betrieb Schwierigkeiten gibt. Die Gesamtorganisation der Lehrzeit liegt somit bei mir, während die Praxisbildnerinnen die Ausbildung in ihren jeweiligen Abteilungen umsetzen.
In der Fakturierung, wo ich die Lernenden selbst als Praxisbildnerin ausbilde, kenne ich gleichzeitig auch die andere Seite. Dort vermittle ich ihnen direkt die praktischen Inhalte gemäss Bildungsplan. Dieser wird auf die jeweiligen Anforderungen der Abteilung abgestimmt und laufend weiterentwickelt. Als Praxisbildnerin erlebe ich die Lernenden im täglichen Arbeitsumfeld und kann dadurch ihre Entwicklung unmittelbar beobachten. Ich gebe ihnen Rückmeldungen, spreche Herausforderungen an und bringe meine Beobachtungen auch in die Semesterbewertungen ein.
Diese Perspektive ist für mich sehr wertvoll, weil ich beide Rollen kenne und dadurch die Zusammenarbeit mit den anderen Praxisbildnerinnen gut nachvollziehen kann.
Was gefällt dir besonders an der Arbeit mit den Lernenden und was kannst du von ihnen lernen?
Was mir an der Arbeit mit den Lernenden besonders gefällt, ist ihre offene und unvoreingenommene Art. Sie bringen neue Perspektiven in den Arbeitsalltag und hinterfragen Dinge, die für uns vielleicht längst selbstverständlich geworden sind. Dadurch entstehen immer wieder interessante Gespräche und neue Denkanstösse. Gleichzeitig hilft mir ihre Sichtweise, offen für Veränderungen zu bleiben und mich selbst weiterzuentwickeln. Auch wenn ich ihnen viel für ihren beruflichen Weg mitgeben darf, lerne ich jeden Tag etwas von ihnen.
Welchen Rat würdest du deinem 14-jährigen Ich geben, das gerade auf Lehrstellensuche ist oder Bewerbungen schreibt?
Eigentlich würde ich mir keinen konkreten Rat geben, denn ich hatte das Glück, dass mich meine Familie in dieser Zeit sehr unterstützt und angespornt hat. Dafür bin ich bis heute dankbar, denn dadurch habe ich gelernt, dranzubleiben und an mich zu glauben. Mein Tipp an andere 14-Jährige wäre deshalb, den Rückhalt aus dem eigenen Umfeld positiv anzunehmen, sich aber auch selbst immer wieder zu motivieren. Auch wenn es mit einer Bewerbung nicht auf Anhieb klappt, sollte man nicht aufgeben. Ich habe das selbst erlebt und durfte am Ende meine Traumlehre machen.
Denjenigen, die gerade in der Berufswahl sind und sich für eine Lehrstelle bewerben möchte, würde ich auch raten, die KV-Lehrstelle in unterschiedlichen Branchen zu schnuppern, denn es gibt grosse Unterschiede im gleichen Beruf, da es immer auf die Branche darauf kommt.
Schau einen Tag bei uns rein.
Gibt es einen Satz oder einen Moment mit einem ehemaligen Lernenden, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
Ja, den gibt es! Ich begleitete einmal einen Lernenden, der während der Lehrzeit immer wieder zusätzliche Motivation und klare Impulse benötigte. Oft musste ich ihm einen kleinen Schubs geben, damit er vorwärtsmachte. Nach seiner erfolgreich bestandenen Abschlussprüfung kam er auf mich zu, bedankte sich von Herzen und sagte mir, er verstehe jetzt, weshalb ich ihm damals immer wieder gefordert hatte. Er sei mir überaus dankbar, dass ich hartnäckig geblieben bin und immer an ihn geglaubt habe.
Warum würdest du jungen Menschen eine Lehre bei der F. Murpf empfehlen?
Die F. Murpf bietet sehr abwechslungsreiche Aufgaben und gibt den Lernenden die Möglichkeit, schon früh Verantwortung zu übernehmen. Sei es bei der Ferienvertretung einer Abteilung, bei der Mithilfe an Anlässen oder bei der Verantwortung für das Büromaterial der ganzen Unternehmung. Die Lernenden erhalten dadurch nicht nur einen Einblick in verschiedene Bereiche, sondern können auch eigene Erfahrungen sammeln und selbstständig arbeiten.
Was aus meiner Sicht eine Lehre bei uns erfolgreich macht, ist die persönliche Begleitung während der gesamten Lehrzeit. In jeder Abteilung steht den Lernenden eine Praxisbildnerin oder ein Praxisbildner zur Seite, die sich im Arbeitsalltag Zeit für ihre Ausbildung und ihre Fragen nehmen. Gleichzeitig lege auch ich als Berufsbildnerin grossen Wert auf einen regelmässigen Austausch. Wir führen wöchentlich Gespräche, besprechen die aktuelle Situation in der Schule und im Betrieb und schauen gemeinsam, wo Unterstützung nötig ist.
Wenn es schulisch einmal schwieriger wird, lassen wir die Lernenden nicht alleine. Beispielsweise bieten wir Nachhilfe in Rechnungswesen und Wirtschaft an. Mir ist wichtig, dass ich die Lernenden nicht nur während der Arbeitszeit begleite, sondern mich auch dafür einsetze, dass sie ihre schulischen Herausforderungen meistern können.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist für mich die Vorbereitung auf das Qualifikationsverfahren. Da ich selbst Prüfungsexpertin im betrieblichen Teil bin, kenne ich die Anforderungen und den Ablauf sehr gut. Ich kann deshalb die betrieblichen Prüfungen mit den Lernenden realitätsnah simulieren und sie gezielt darauf vorbereiten. So wissen sie, was auf sie zukommt, können Unsicherheiten frühzeitig ansprechen und gehen mit mehr Sicherheit ins QV.
Gleichzeitig soll die Lehrzeit natürlich nicht nur aus Arbeit und Schule bestehen. Mit gemeinsamen Lehrlingsausflügen schaffen wir auch Möglichkeiten, dass sich die Lernenden untereinander besser kennenlernen und als Team zusammenwachsen.
Ich finde, genau diese Kombination macht die Ausbildung bei der F. Murpf besonders. Uns ist wichtig, dass sie während ihrer Lehrzeit fachlich viel lernen, sich persönlich weiterentwickeln und am Ende gut vorbereitet ihren nächsten Schritt machen können.
Bewirb dich jetzt bei uns.